Jörg Nobis

Fraktionsvorsitzender

Haushaltspolitischer Sprecher

Vergangenheit

Jörg Nobis wurde 1975 geboren und erbeitete als Nautical Fleet Manager für eine Hamburger Reederei. Seit 2008 ist er als nautisch-technischer Sachverständiger tätig und seit 2011 als Gesellschafter-Geschäftsführer.

In der AfD ist Nobis seit März 2013 Mitglied und kandidierte bei der Bundestagswahl 2013 für die AfD als Kandidat im Wahlkreis Segeberg Stormarn-Mitte. Am 16. April 2016 wurde er mit Bruno Hollnagel zum Vorsitzenden der AfD Schleswig-Holstein gewählt. Nach seiner Kandidatur als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2017 und Wahl zum Fraktionsvorsitzenden wurde Nobis am 8. Juli 2017 als Landesvorsitzender durch Doris von Sayn-Wittgenstein ersetzt.

Politische Aussagen

Jörg Nobis bezeichnet sich selbst als „Luckist“ und steht in seiner Funktion als haushaltspolitischer Sprecher der AfD Landtagsfraktion für eine national-konservative Wirtschaftspolitik. Seine wirtschaftliche konservative Grundhaltung ergänzt Nobis jedoch immer wieder durch seine strikte Ablehnung gegenüber Zuwanderung.

So spricht er sich im Abendblatt für eine menschrechtlich fragwürdige Zurückführung von Geflüchteten aus. „Nobis favorisiert das, was er „die australische Methode“ nennt. „Die Australier haben knallhart reagiert“, sagte er. „Die haben den Flüchtlingen, die übers Meer kamen, Boote, Sprit und Wasser zur Verfügung gestellt. Und dann wurde denen gesagt: „Jetzt fahrt ihr dahin zurück, wo ihr hergekommen seid‘.“ Dass diese Methode Menschenleben gefährdet, scheint ihn nicht zu stören.“ [1]

Aber nicht nur die Geflüchteten über die Mittelmeerroute, bei dessen Überquerung tausende Menschen auf dem Weg nach Europa sterben, werden zum Ziel der politischen Angstmache von Nobis.

In einer Rede im Landtag vom 21.09.2017 sagt er: „Die Griechen hängen am Geldtropf und sind so süchtig nach Geldspritzen wie Dorgenabhängige nach Heroinspritzen.“ Und kommentiert weiter: „Die EU gleicht im Süden eher einem Schlepper- und Schleuserkartell.“ Anstatt über Fluchtursachen und Migrationsumstände der Menschen zu reden, kriminalisiert und diskreditiert Nobis Südeuropa und die Geflüchteten.[2]

Um in der Logik der AfD das Menschenrecht auf Asyl, Migration und Flucht zu illegalisieren, stellt er den Krieg in Syrien als gelöst dar: „Meine Damen und Herren, wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass der Bürgerkrieg in Syrien so gut wie beendet ist.“

Die Illegalisierung von Asyl zu „Asylmissbrauch“ entspringt der rassistischen Idee einer „Umvolkung“ und Bedrohung des „deutschen Volkes“. Für Nobis würde ein humaner Familiennachzug zum „Tod […] des deutschen Sozialstaats“ führen. [3]

Ganz im Gegenteil zu einer modernen und humanistischen Flüchtlingspolitik, die Menschen nach ihrer Flucht neue Perspektiven für ein gutes Leben aufzeigen will, sagt Nobis am 13.12.2017 im Landtagsplenum: „Die Integration aller derzeit in Deutschland registrierter Flüchtlinge, unabhängig davon, ob sie einen Anspruch auf Asyl haben, kann und darf nicht das Ziel sein.“[4]

Die AfD will mit ihrer Asylpolitik Grenzen schließen, abschieben und Sozialleistungen kürzen. Die Äußerungen von Jörg Nobis stehen für das Grundverständnis der AfD, dass Integration eine Bedrohung des deutschen „Volkes“ sei. Diese Blut-und-Boden-Ideologie einer homogenen deutschen Volksgemeinschaft entspringt einer nationalistischen und völkischen Idee des deutschen Staates, die auch durch die Äußerungen von Jörg Nobis Hass und Zwietracht gegen Menschen mit Migrationshintergrund sät. Als Einwanderungsland ist Deutschland vielfältig und Integration von „Fremden“ ist schon längst Realität. Anstatt sich durch hetzerischen und rassistischen Sprachgebrauch zu profilieren, wird es auch für Jörg Nobis Zeit, sich in die demokratische Gesellschaft der Vielen zu integrieren.

Wie weit Jörg Nobis von der Akzeptanz gesellschaftlicher Vielfalt noch entfernt ist, zeigt auch ein Tweet zum Ergebnis der Bundestagswahl von Nobis am 7.Februar, in dem Nobis eine potentielle Wahlniederlage der SPD bei einer Neuwahl mit „Dann fahren wird gemeinsam den #schulzzug in den Hochofen“ kommentiert.

[1] https://www.abendblatt.de/region/article210369403/Joerg-Nobis-Leise-im-Ton-radikal-in-der-Sache.html
[2] http://m7k.ltsh.de/iframe.php?wp=5&tg=77&sg=alle&fn=alle&rd=355&b=18836
[3] http://m7k.ltsh.de/iframe.php?wp=5&tg=77&sg=alle&fn=alle&rd=355&b=18854
[4] http://m7k.ltsh.de/iframe.php?wp=5&tg=80&sg=alle&fn=alle&rd=355&b=19410

2 Gedanken zu „Jörg Nobis“

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